Der Ausbau der Radschnellweges auf Mannheimer Gemarkung Richtung Heidelberg sollte verschoben werden
- Amtsblatt KW 48/2025
Im Rahmen der Diskussion zum Mannheimer Zukunftshaushalt hat die Fraktion Freie Wähler Mannheimer Liste vorgeschlagen, auf den weiteren Ausbau von Radschnellwegen auf Mannheimer Gemarkung solange zu verzichten, bis auch in den Nachbargemeinden die Fortsetzung gesichert und die Radschnellwege fertiggestellt sind.
Dies erscheint der Fraktion angesichts der Mannheimer Haushaltslage und den Auflagen des Regierungspräsidiums Karlsruhe zum Haushaltsvollzug sinnvoll und beinhaltet ein enormes Sparpotential von einigen Millionen Euro.
Dazu der Fraktionsvorsitzende Holger Schmid: "Die derzeitige Radwegeführung endet im Nichts an einem Bauzaun der Baustelle "Neckarquerung" in Ladenburg. Einen Zeitplan für den Weiterbau gibt es nicht, da weder in Ilvesheim noch in Ladenburg ein Planfeststellungsbeschluss für den Radschnellweg vorliegt und somit auch nicht weitergebaut werden kann. Selbst bei optimistischer Einschätzung wird dies nicht innerhalb der nächsten 3-4 Jahre der Fall sein. Er darf nach unserer Meinung erst weitergebaut werden, wenn auch die Umlandgemeinden Planungsrecht haben, die erforderlichen Mittel bereitgestellt wurden und die Fertigstellung absehbar ist."
Was bedeutet das für den Radschnellweg auf Mannheimer Gemarkung: Wird er weitergebaut und fertig gestellt kann er trotzdem nicht sinnvoll genutzt werden, da er an der Gemarkungsgrenze enden wird und nicht absehbar ist, ob die weitere Strecke in 3, 5 oder noch mehr Jahren fertig sein wird.
Stadtrat Christopher Probst führt dazu weiter aus: "Ein Verschieben der Maßnahme in Mannheim würde derzeit niemand weh tun und den Haushalt um Millionenbeträge entlasten. Dabei den Wegfall von Zuschüssen als Gegenargument für eine Umsetzung der Maßnahme zu bringen ergibt nach Meinung der Fraktion keinen Sinn. Das Interesse des Landes an der Fertigstellung einer durchgehenden Radschnellweg-Verbindung nach Heidelberg wird auch in späteren Jahren sicherlich auch noch vorhanden sein. Und dann werden auch wieder Zuschüsse zur Verfügung stehen."
Und Stadtrat Prof. Dr. Achim Weizel ist davon überzeugt, dass die jetzige Situation und Haushaltslage der Stadt die Verschiebung der Maßnahme erfordert: "Die Verschiebung ist nach unserer Meinung gerechtfertigt, eine Fortsetzung wäre derzeit gegenüber der Bevölkerung nicht vertretbar. Sie hat für unsere Fraktion Vorrang vor der Streichung anderer freiwilliger sozialer Leistungen."
Diese Ansicht wird auch vom Vorsitzenden der Mannheimer Liste, Bezirksbeirat Dr. Thomas Steitz vertreten: "Der Bau eines Radschnellweges, der aus einzelnen Teilbereichen mit nicht ausgebauten Zwischenstücken besteht und an der Gemarkungsgrenze im Nichts endet erinnert uns an die einsam in der deutschen Landschaft stehenden Autobahnbrücken ohne Straßenanschluss. Er kann deshalb ohne Probleme um einige Jahre geschoben werden."
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