Freie Wähler -
Mannheimer Liste Fraktion

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Neuausrichtung der Klimaschutzmaßnahmen muss erste Priorität haben

Redaktion

Derzeit spricht alles von einer unerträglichen Hitze in Deutschland und ganz besonders in Mannheim. Die bisher im Rahmen des Klimaschutzaktionsplans ergriffenen Maßnahmen zeigen in Mannheim leider noch keine Wirkung, gehen aber auch nach Meinung der Freien Wähler Mannheimer Liste in die falsche Richtung.

Die bisherigen Projekte aus dem Klimaschutzaktionsplan und Local Green Deal setzen nach Meinung der Fraktion falsche Schwerpunkte.
Dazu der Fraktionsvorsitzende Holger Schmid: "Die Fraktion hat bereits im Rahmen der Diskussionen zum Klimaschutzaktionsplan und der Festlegung von Klimazielen und zuletzt auch in der Haushaltsrede zum Doppelhaushalt 2025/2026 mehrfach eine Neuausrichtung der Klimapolitik in Mannheim hin zur Klimafolgenplanung und Klimafolgenanpassung gefordert. Dies hat die viele Jahre bestehende grün-rot-rote Mehrheit im Gemeinderat mit einem SPD-Oberbürgermeister an der Spitze bisher immer abgelehnt. Dabei hätte man schon vor Jahren eine andere Richtung einschlagen können."
Und Christopher Probst ergänzt: "Künftig muss nach unserer Ansicht unzweifelhaft der Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger vor Hitzebelastung im Vordergrund stehen. Dabei muss die Bevölkerung mit eingebunden werden, sie soll sich aber auch mit eigenen Projekten und Initiativen beteiligen und einbringen. Dabei helfen auch viele kleine Schritte, davon sind wir überzeugt. Es wäre beispielsweise sehr effektiv, vorhandene Brunnen in der Innenstadt oder auch in den Vororten zu sanieren und wieder in Betrieb zu nehmen oder neue Brunnen anzulegen statt die Multihalle für viele Millionen ohne Nutzungskonzept zu sanieren."
Mannheim braucht nach Ansicht der ML eine Neuausrichtung beim Klimaschutz, hin zur CO2-Vermeidung mit Maßnahmen, die auch Effekte erzielen. Baumpflanzungen beispielsweise in der Nähe des Käfertaler Waldes oder die Anlegung neuer Baumscheiben in schmalen, engen Wohnstraßen wie bspw. in der Gartenstadt zur Behinderung der Autofahrer haben keinen Mehrwert für Klima oder Hitzeschutz. Und auch unsere Forderung nach einem konsequenteren Vorgehen bei der Entsiegelung und dem Rückbau von verbotenen Schottergärten würde in Mannheim als eine der am stärksten versiegelten Städte Deutschlands mit relativ wenig Aufwand einen großen Effekt zur Temperatursenkung erzielen. Hier könnten die Bürgerinnen und Bürger einen Richtungswechsel aktiv unterstützen.
Hier wäre eine Bepflanzung aller bereits vorhandener Baumscheiben im Stadtgebiet wesentlich sinnvoller gewesen. Es sind genug Baumscheiben bereits vorhanden, die man im Rahmen des 1000-Bäume-Programms hätte bepflanzen können. Auch in den Quadraten bzw. der Innenstadt hätten in Fressgasse und Kunststraße statt Fahrradständern neue Baumstandorte entstehen können, die eine Verbesserung des Mikroklimas bringen würden. Dafür Parkplätze zu opfern und die Fahrradständer in die Seitenstraßen zu verlegen wäre sicherlich auch von der Bevölkerung akzeptiert und begrüßt worden.
Stadtrat Prof: Dr. Achim Weizel fasst nochmal zusammen: "Wir müssen weg von der Ideologie und Maßnahmen umsetzen, die helfen und die unsere Bürgerinnen und Bürger schützen: bspw. Stärkung der Klimaresilienz und Hochwasserschutz, Verzicht auf die Bebauung am Friedrichspark mit einer Einschränkung der Frischluftschneise, oder auch nur Lückenschlüsse beim Radwegeneubau. Auch hier haben wir schon vor Jahren eine Konzeptstudie beantragt, die aber leider noch nicht von den zuständigen Dezernaten IV und V vorgelegt wurde.