Mehrheit im Gemeinderat stimmt für den Neubau des Kultur- und Sportzentrums Wallstadt
- Mannheimer Morgen
Mit 36 Ja-Stimmen und zehn Enthaltungen hat der Gemeinderat klar für den Bau des Kultur- und Sportzentrums Wallstadt mit Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr gestimmt.
Dieses Votum war erwartet worden, nachdem sich bereits der Hauptausschuss für das 25-Millionen-Euro-Projekt aussprach. In dem Beschluss findet sich aber nach wie vor der Vorbehalt, dass unklar ist, ob der Stadt wirklich die nötigen Mittel zur Verfügung stehen.
Doch trotz Finanznot dürfe dieses Vorhaben nur „als allerallerletzte Maßnahme“ gestrichen werden, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Claudius Kranz. Es habe „allerhöchste Priorität“ und hätte „längst gebaut“ sein müssen, doch die „linke Seite“ des Gemeinderats und der frühere Oberbürgermeister hätten sich lange dagegen ausgesprochen. „Das muss kommen, weil wir sowas von im Wort stehen“, schloss sich dem für die SPD Stefan Fulst-Blei an. Der Bau sei „extrem wichtig, und die Bürgerschaft vertraut darauf!“, sagt er. Holger Schmid signalisierte für die Mannheimer Liste „selbstverständliche Zustimmung“ und erinnerte daran, dass seine Fraktion mal vergeblich Planungsmittel beantragt habe, sonst wäre man jetzt weiter. Man brauche aber „keine Designerfassade“, regte er hier Einsparungen an. Als „absolut dringend für das Ehrenamt und die Vereine“ bezeichnete auch Birgit Reinemund (FDP) das Vorhaben: „Wir standen von Anfang an hinter dem Projekt“. „Hundertprozentige Zustimmung“ kam ebenso von Jörg Finkler von der AfD.
Dennis Ulas dagegen sagte, dass die Linken sich enthalten würden. „Wir sehen die Notwendigkeit“, aber wegen der Finanzlage der Stadt, der enormen Kostensteigerung sowie der Auswirkungen auf andere Projekte könne er nicht zustimmen. Auch Gabriele Baier (Grüne) kündigte die Enthaltung ihrer Fraktion wegen der aktuellen Finanzlage an. Man wolle verhindern, „dass wir mit dem Bau mittendrin aufhören müssen“, daher wäre es besser, erst abzustimmen, wenn über alle Einsparungen entschieden werde.
Nach diesem Beschluss können die Architekten nun mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung beginnen. 2026 soll Baubeginn sein. Zugleich will die Stadt Zuschüsse für das Feuerwehrhaus sowie Fördermittel aus den Bereichen Kommunale Sportstättenbauförderung und Bundesförderung für klimafreundlichen Neubau beantragen und weitere Fördermöglichkeiten prüfen. Eine Fertigstellung des Baus ist für Ende 2027 vorgesehen. „Jedoch sind Verzögerungen bis Mitte 2028 nicht auszuschließen“, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage.
Artikel Mannheimer Morgen vom 31.07.2025, Seite 13 / pwr