Otto-Bauder-Quartier bekommt auf Vorschlag der ML eine direkte Anbindung an die Randerschließungsstraße
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SECKENHEIM. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat dem Gemeinderat gegen die Stimmen von Grünen/Die Partei und dem LTK-Bündnis mehrheitlich empfohlen, dem Bebauungsplan Otto-Bauder zuzustimmen. Die Entscheidung soll in der Sitzung am 1. Juli fallen. Der Gemeinderat teilt die Bedenken der Verwaltung nicht
Uneinigkeit hatte bis zuletzt über die Anbindung des neuen Wohngebietes geherrscht. Die Stadt hatte aufgrund eines in Auftrag gegebenen Verkehrsgutachtens dargelegt, dass das Neubaugebiet besser über einen neuen Kreisel in der Rastatter Straße über die Wildbader Straße angebunden werden könne, und ein direkter Anschluss an die Neuostheimer Straße (Randerschließungsstraße) nicht erforderlich sei, wodurch zugleich 600 Quadratmeter mehr Nettobauland zur Verfügung stünden. Der Seckenheimer Bezirksbeirat sprach sich in seiner öffentlichen Sitzung im Februar mehrheitlich gegen diese Pläne aus. Der Ausschuss für Umwelt und Technik schloss sich dieser Auffassung nun an.
Somit wird nun doch – wie ursprünglich auch geplant – in der Grünfläche zwischen Otto-Bauder-Anlage und Neuostheimer Straße eine zusätzliche Erschließung direkt an die Randerschließungsstraße entstehen. Die Planungs- und Baukosten und weitere damit verbundenen Kosten beziffert die Stadt mit mindestens zwei Millionen Euro. Hinzu kämen weitere Summen, die momentan noch nicht benannt werden könnten, zum Beispiel für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.
Auch weitere negative Folgewirkungen, wie eine weiteren Querungsstelle innerhalb des Radwegenetzes sowie eine Öffnung des Lärmschutzwalls an besagter Stelle, werden beschrieben. Das Thema der Mehrkosten im Zusammenhang mit der Zufahrt sah SPD-Fraktionsvorsitzender Reinhold Götz jedoch als "überstrapaziert". "Diese Mehrkosten resultieren vor allem daraus, dass der Zeitplan nicht eingehalten wurde, weil Teilen der Stadtspitze die ursprünglich beschlossenen Eckpunkte nicht gepasst haben", kritisierte er. Christopher Probst (Freie Wähler – ML) zeigte sich ebenfalls "befremdet über das Vorgehen" und verärgert darüber, dass die Verwaltung dem Gemeinderat nun "ein schlechtes Gewissen machen will".
"Es gab einen Mehrheitsbeschluss. Die direkte Zuwegung war für uns dabei ein wesentliches Kriterium, statt in der Rastatter Straße vor dem Kinderhaus einen Kreisel zu bauen", stellte er fest. Alexander Fleck (CDU), Volker Beisel (FDP/MfM) und die AfD schlossen sich dieser Argumentation an. Für die Grünen/Die Partei ist der Bebauungsplan hingegen "aus der Zeit gefallen". Den Verzicht auf eine Quartiersgarage nannte Chris Rihm "enttäuschend". Außerdem entstünden zu wenig erschwinglicher Wohnraum für Familien und Singles. Was die Zuwegung angehe, könne seine Fraktion der Argumentation der Verwaltung folgen. Auch das LTK-Bündnis lehnte die Beschlussvorlage ab.
Stadtteil-Portal Seckenheim-Rheinau-Nachrichten Nr. 7/2025 vom 04. Juli 2025